Sonntag, 25. August 2019

Herr Borgwardt, Frau Borgward und der peinliche Moment

Große Ereignisse benötigen lange Planung.

Und ein großes Ereignis ist ein internationales Borgward-Treffen immer. Rainer Borgwardt, den wir von unserem Classic-Stammtisch kennen, hatte das Treffen für ein ganzes Wochenende nach Hamburg geholt, ein Hotel mit einem großen Parkplatz gesucht, eine Barkassenfahrt durch den Hafen arrangiert und eine Fahrt nach Lüneburg ausgetüftelt, mit der Erlaubnis bis zum Abend die Fahrzeuge auf dem Rathausplatz  zu präsentieren.
Gast aus den Niederlanden
Schickes Shirt aus Großbritannien

Und der dazugehörige Kombi

Aus der Steiermark in den hohen Norden für ein Wochenende 
Rainer kam als letztes am Rathaus an, er wollte eventuelle Liegenbleiber aufsammeln, aber alle Fahrzeuge hatten die 50 Kilometer lange Strecke von der Ballinstadt in Hamburg bis nach Lüneburg geschafft.


Lüneburg ist im Spätsommer und Herbst voll mit Touristen, die ein solchen Spektakel nicht erwartet hatten und sich wuselnd zwischen mehr als 60 Fahrzeugen bewegten. Fotografieren fast unmöglich.


Neben den vielen alten Fahrzeugen von Borgward und Hansa hatte sich ein Käfer eingeschlichen mit dem jüngsten Borgward-Besitzer des ältesten Clubs Deutschlands. Immerhin war auch der Käfer noch älter als der junge Mann mit dem Geburtsjahr 1999.


Die jüngsten automobilen Teilnehmer waren zwei Borgward, die neu konstruiert und produziert werden in China, eine schicke Homepage haben und eine Preisliste, aber nicht im Laden käuflich sind. 
Urahne und Enkel
Preise gab es dann auch noch, bevor sich die alten Karossen mehr oder weniger auf eigenen Reifen auf den Weg machten.



Nein, mit der Kutsche ist niemand nach Hause gefahren
Ach, ja... der peinliche Moment aus der Überschrift:

Wir hatten uns schon auf den Weg gemacht, nachdem wir uns von Rainer verabschiedet hatten, als jemand "Guten Tag, Frau Borgward" sagte. Ich so "Hat Rainer geheiratet?"
Es war aber die Tochter Monika des Konstrukteurs und Firmengründers Borgward, die bei jedem größeren Treffen zu Gast ist. 







Samstag, 24. August 2019

Groß und Klein in Stemmen



Stemmen ist ein Ort an der B75, schon im Landkreis Rotenburg.
Den Flyer zum Oldtimertreffen hatte mir jemand am Kiekeberg in die Hand gedrückt, von unserem Stammtisch kannte niemand die Veranstaltung, die immerhin schon zum 15. Mal statt fand.


Es ist ein kleines familiäres Treffen bei den Mühlenfreunden Stemmen und findet zusammen mit einem Flohmarkt auf der großen Wiese hinter der Mühle statt. 
Für das leibliche Wohl ist gesorgt, die Stemmer Mühlenfreunde spendieren Oldtimer-Besitzern eine Wurst oder Pommes und ein Getränk. 


Kleiner Mann beim großen Trecker

Kleinstes Auto neben dem größten PKW



Durfte nicht mit auf die Wiese, Mack aus den USA




Flohmarkt mit warmen Winterjacken und Pokémon-Schneeflocken-Pullover bei 27°C. 



Vorteil Volkswagen



Kam, als wir abfuhren. 




Montag, 29. April 2019

Frühjahrsausfahrt

Der frühe Vogel fängt den Wurm, eine Ausfahrt im April leider kühlen Nieselregen. 
Diesmal dabei - der Regenschirm als unerlässliches Accessoire


Im letzten Jahr war die Ausfahrt sogar früher, das Wetter aber um einiges besser, dieses Mal blieb das Verdeck leider zu. 



Trotz des schlechten Wetters fuhren dann doch fast 30 Fahrzeuge mit zum wie immer unbekannten Ziel. Teilnehmer kamen diesmal wieder aus Stade und aus dem Lüneburger Landkreis angereist und ein paar Leute, die nie bei den Stammtischtreffen gesichtet werden. Und als Premiere waren Sohn Nummer 1 und seine Lebensgefährtin dabei, die blaue Diva war noch am Samstag mit Hochdruck mit den neuen Sitzen bestückt worden. 


Weil unser Sohn Befürchtungen hatte, der Wagen würde vielleicht unterwegs rummucken auf seiner ersten längeren Fahrt nach vielen Jahren vergessen in einer Garage, hatte er seinen Werkzeugkasten mit an Bord, den er noch auf dem Hof bei Maack benötigte. 

Denn während wir alle so rumstanden und die anderen Teilnehmer begrüßten, meldete sich beim Einparken lautstark ein Käfercabrio und hörte einfach nicht auf zu hupen. "Hupknopf klemmt fest", so die erste Diagnose und Kloogschieterei der umstehenden Herren. "Nein, Lenkung geht auch nicht", so der zweite Schock. Und "Da muss wohl der ADAC kommen und den Wagen abholen." Musste dann doch nicht, weil dank vorhandenem Werkzeug unser Sohn den Schaden zwar mangels Ersatzteil nicht beheben, aber den Käfer wieder fahrbereit reparieren konnte. 



Dann ging es endlich los. Wie immer kreuz und quer durch die Heide, in diesem Jahr rund um Schneverdingen bis zum Landgasthof Barrl. Und kaum hatte ich gesagt "In diesem Jahr sind wir gar nicht falsch gefahren", war eine Straße gesperrt und die ganze Kolonne stand im nicht auf der Tourenbeschreibung angegebenen Nirgendwo. 

Und dann verloren wir auch noch wegen eines Pieselstopps kurz vor dem Ziel alle anderen bis auf unseren Sohn, der mit auf einem Feldweg angehalten hatte. "Wir fahren jetzt einfach nach Navi zum Ziel" und ließen den angesagten Zwischenstopp aus. 


So waren wir etwa 20 Minuten vor allen anderen am Ziel und ich konnte die Einfahrt der anderen fotografieren, jetzt bei strahlendem Sonnenschein.







Vom einfachen aber reichhaltigen Mittagsbüffet wurden alle satt und verschwanden so nach und nach wieder nach Hause. 

Sonntag, 16. September 2018

Kaffeefahrt mit plattem Hintern

"Fährt jemand mit mir mit" Die Frage gibt es öfter mal bei unseren Ausfahrten. Als ich mich als Beifahrerin für den kleinen roten Salmson meldet, wusste ich noch nicht, was ich meinem Hintern damit antun würde. 

Der Salmson Grand Prix (oder war's der S4C, S4 Sport?) ist eigentlich ein Rennwagen, der sämtlichen Komfort wie Einstiegstüren, Verdeck  und Sitzpolsterung konsequent ablehnt, hier fahren keine Weicheier mit. 



Wie so oft bei unsere Fahrten ging es kreuz und quer durch unsere schöne nördliche Nordheide vorbei an herbstlichen Kürbisfeldern zunächst hin zum exklusiven Oldtimer-Händler Steenbuck, der an jedem 3. Sonntag im Monat seinen Hof öffnet zum Treffen für Oldtimer-Freunde mit und ohne altem Auto. Der Laden ist allerdings nicht gaaaanz unsere Preisklasse. 210.000 € für ein BMW 502 Cabrio hatten wir gerade nicht im Portemonnaie. 





Gereicht haben die Barschaften nach der zweiten Etappe dann für Kaffee und Kuchen im Marschencafé in Drage im Ortsteil Hunden. 


Nachdem mein Hintern auf den ersten 60 Kilometern durch die Landschaft schon ziemlich platt gesessen war, wagte ich es trotzdem noch einmal die rasante Fahrt auf einem Stück Blech ohne Gurte; ab 70 km/h kann dieses Autochen jeder Ehekrise entgegen wirken, man muss einfach die Klappe halten, die Worte verwehen im Fahrtwind. (Beim Video unbedingt den Ton andrehen. ^^)

Ich habe es übrigens zweimal ohne Kran wieder aus dem Salmson hinaus geschafft. Der Sitz ist so niedrig, dass man mit ausgestreckten oder leicht eingewinkelten Beinen quasi auf dem Boden hockt, man schiebt sich dann unter Gejohle der lieben Mitausflügler zuerst mit dem Rücken, dann mit dem Hintern die Rückenlehne hoch, um auf dem hinteren Rand der Fahrerkabine zu sitzen. Dann kann man elegant die Beine übers Blech schwingen und über den breiten Tritt anmutig wie eine Bergziege hinab klettern.  

Für den Weg nach Hause, den wir wie immer getrennt nahmen, war ich dann dankbar für den weichen Sitz im Golf. Und irgendwann zu Hause stellte ich dann an meinem heißen Gesicht fest, dass eine Lederkappe vor Fahrtwind nicht aber vor der herbstlichen Sonne schützt.